Therapieoptionen_bei_Brustkrebs

Therapie beim Mammakarzinom-speziell den BRCA-Tumoren

Therapie beim Mammakarzinom gibt es viele und kann komplex sein. Viele Bedingungen spielen eine Rolle, wie die genaue Diagnose, das Alter, die genetische Prädisposition, die allgemeine körperliche und seelische Verfassung, und ja, leider manchmal auch die finanziellen Möglichkeiten. In diesem Artikel beschäftigen wir uns speziell mit den BRCA Mutation-positiven Tumoren, für Hormon-assoziiierte Tumore sehen sie bitte hier!

Therapieoptionen bei BRCA-Brustkrebs

BRCA-Brustkrebs ist eine Form von Brustkrebs, die durch eine Mutation in einem der BRCA-Gene verursacht wird. Diese Gene sind wichtig für die Reparatur von DNA-Schäden, die zu Krebs führen können. Frauen mit einer BRCA-Mutation haben ein erhöhtes Risiko im Alter von 40-50 Jahren, Brustkrebs zu entwickeln. Die Therapieoptionen bei BRCA-Brustkrebs hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Stadium, dem Hormonrezeptor- und HER2-Status, dem Alter und dem Kinderwunsch der Patientin.

Operation

Die Operation ist eine der wichtigsten Therapien bei Brustkrebs. Dabei wird der Tumor aus der Brust entfernt, manchmal zusammen mit den Lymphknoten in der Achselhöhle. Es gibt verschiedene Arten von Operationen, wie die brusterhaltende Operation (Lumpektomie), die Mastektomie (Entfernung der gesamten Brust) oder die beidseitige Mastektomie (Entfernung beider Brüste). Frauen mit einer BRCA-Mutation haben ein höheres Risiko für einen Rückfall oder einen neuen Tumor in der gleichen oder anderen Brust. Daher kann eine beidseitige Mastektomie eine Option sein, um das Risiko zu senken. Allerdings ist diese Operation nicht für jede Frau geeignet und hat auch Nachteile, wie den Verlust des natürlichen Brustgewebes und mögliche Komplikationen. Eine alternative Option ist die regelmäßige Überwachung der Brüste durch Mammographie und Magnetresonanztomographie (MRT).

Therapie_beim_Mammakarzinom

Chemotherapie

Die Chemotherapie ist eine Behandlung mit Medikamenten, die das Wachstum von Krebszellen hemmen oder abtöten sollen. Sie wird oft nach der Operation eingesetzt, um mögliche verbliebene Krebszellen zu zerstören und das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Dies nennt man adjuvante Chemotherapie. Manchmal wird die Chemotherapie auch vor der Operation gegeben, um den Tumor zu verkleinern und die Operation zu erleichtern. Dies nennt man neoadjuvante Chemotherapie. Die Chemotherapie kann auch bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs eingesetzt werden, um das Tumorwachstum zu kontrollieren oder die Beschwerden zu lindern. Die Chemotherapie wird meist in Zyklen verabreicht, mit Pausen dazwischen, um dem Körper Zeit zur Erholung zu geben. Die Art und Dauer der Chemotherapie hängt von der individuellen Situation der Patientin ab. Die häufigsten Medikamente sind Anthrazykline (z.B. Doxorubicin) und Taxane (z.B. Paclitaxel). Die Chemotherapie hat auch Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Haarausfall, Müdigkeit oder Infektionen.

Hormontherapie

Die Hormontherapie ist eine Behandlung für Frauen mit hormonabhängigem Brustkrebs, d.h. deren Tumoren Rezeptoren für Östrogen oder Progesteron aufweisen. Diese Hormone können das Wachstum des Tumors fördern. Die Hormontherapie wirkt entweder durch Blockierung der Wirkung dieser Hormone oder durch Senkung ihres Spiegels im Körper. Die Hormontherapie wird oft nach der Operation oder Chemotherapie gegeben, um das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Sie kann auch bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs eingesetzt werden, um das Tumorwachstum zu kontrollieren oder die Beschwerden zu lindern. Die Hormontherapie wird meist über mehrere Jahre eingenommen. Die häufigsten Medikamente sind Tamoxifen, Aromatasehemmer (z.B. Anastrozol) oder GnRH-Analoga (z.B. Goserelin). Die Hormontherapie hat auch Nebenwirkungen, wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme oder Osteoporose.

PARP-Inhibitoren

PARP-Inhibitoren sind eine neue Klasse von zielgerichteten Medikamenten, die speziell für Frauen mit BRCA-Mutation und HER2-negativem Brustkrebs zugelassen sind. PARP ist ein Enzym, das an der Reparatur von DNA-Schäden beteiligt ist. PARP-Inhibitoren blockieren die Funktion von PARP und verhindern so, dass die Krebszellen ihre DNA reparieren können. Dies führt zum Zelltod der Krebszellen, während die gesunden Zellen weniger betroffen sind. PARP-Inhibitoren werden als Monotherapie angewendet, d.h. ohne Kombination mit anderen Medikamenten. Sie werden in Tablettenform eingenommen. Der einzige zugelassene PARP-Inhibitor für Brustkrebs ist Olaparib (Handelsname: Lynparza®). Er kann bei Frauen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs eingesetzt werden, die zuvor eine Anthrazyklin/Taxan-basierte Chemotherapie und gegebenenfalls eine Hormontherapie erhalten haben. Olaparib hat in einer klinischen Studie gezeigt, dass er das progressionsfreie Überleben (die Zeit ohne Tumorwachstum) im Vergleich zu einer Standard-Chemotherapie verlängern kann. Er hat auch eine höhere Ansprechrate und eine bessere Lebensqualität als die Chemotherapie. Olaparib hat auch Nebenwirkungen, wie Anämie, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Müdigkeit.

Weitere Therapien

Neben den oben genannten Therapien gibt es noch weitere Behandlungsmöglichkeiten für Frauen mit BRCA-Brustkrebs, die je nach individueller Situation angewendet werden können. Dazu gehören:

Strahlentherapie:

Die Strahlentherapie ist eine Behandlung mit hochenergetischen Strahlen, die das Tumorgewebe zerstören sollen. Sie wird oft nach einer brusterhaltenden Operation eingesetzt, um das Risiko eines Rückfalls in der Brust zu verringern. Sie kann auch bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs eingesetzt werden, um das Tumorwachstum zu kontrollieren oder die Beschwerden zu lindern.

Immuntherapie:

Die Immuntherapie ist eine Behandlung, die das körpereigene Immunsystem aktivieren oder verstärken soll, um die Krebszellen zu bekämpfen. Es gibt verschiedene Arten von Immuntherapien, wie Antikörper (z.B. Atezolizumab), Checkpoint-Inhibitoren (z.B. Pembrolizumab) oder Impfstoffe. Die Immuntherapie wird meist in Kombination mit anderen Medikamenten eingesetzt. Sie ist noch nicht für alle Brustkrebs-Patientinnen zugelassen, sondern nur für bestimmte Subtypen oder in klinischen Studien verfügbar.

Bisphosphonate:

Bisphosphonate sind Medikamente, die den Knochenabbau hemmen und so das Risiko von Knochenbrüchen und Knochenschmerzen verringern können. Sie werden oft bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs eingesetzt, deren Tumor sich auf die Knochen ausgebreitet hat. Sie können auch bei Frauen mit hormonabhängigem Brustkrebs eingesetzt werden, die eine Hormontherapie erhalten und ein erhöhtes Risiko für Osteoporose haben.

Therapieoption_bei_Mammakarzinom

Kontinuierliche Messung der Zellzahl zu verschiedenen Zeiten der Therapie

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Fazit

Die Therapieoptionen bei BRCA-Brustkrebs sind vielfältig und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Die Entscheidung für eine bestimmte Therapie sollte immer individuell getroffen werden, unter Berücksichtigung der Vor- und Nachteile, sowie der persönlichen Präferenzen der Patientin. Eine enge Zusammenarbeit zwischen der Patientin und dem Behandlungsteam ist daher wichtig, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

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